Achtsamkeit

Mit Achtsamkeit ist die Aufmerksamkeit auf den jetzigen Augenblick gemeint. Das klingt erst einmal einfach, oder? Und in der Tat steckt diese Qualität in jedem von uns.  Achtsamkeit ist aber noch mehr. Es geht darum, uns für das Erleben im gegenwärtigen Moment zu öffnen, nicht-verurteilend, neugierig, liebevoll und freundlich. Durch diesen Perspektiv-wechsel erleben wir die Welt wieder ganz anders. Wir nehmen die schönen Momente wieder wahr und bringen so mehr Freude, Glück und Zufriedenheit in unser Leben.

Was hat aber Achtsamkeit nun mit Stress zu tun?
Stress an sich muss nicht negativ sein. Im Gegenteil, viele Menschen suchen ab und an auch nach einem Adrenalin-Kick, der sich aufregend anfühlt. Oder das Gefühl vor einer wichtigen Prüfung, das uns hilft uns zu Fokussieren und unser Bestes zu geben. Die Stressreaktion ist dabei ein ausgeklügeltes biologisches System, dass es uns ermöglicht auf Veränderungen, Gefahr und Herausforderungen zu reagieren. Nur, dieses System wurde in der menschlichen Frühzeit für Situationen entwickelt, in denen es um Leben und Tod ging und schnelles Handeln das Überleben gesichert hat. Heutzutage empfinden wir Stress in ganz anderen Situationen und in der Regel geht es dabei nicht mehr um Leben und Tod. Die zur Verfügung stehenden Reaktionsmuster auf Stress, wie Flucht oder Kampf können wir im Alltag nicht mehr anwenden, da sie sozial nicht akzeptiert werden. Als Resultat internalisieren wir den Stress häufig, was unter Anderem zu Schlafstörungen, Unruhe und Gereiztheit führt. Dadurch werden wir aber noch anfälliger für Stress. Wer wenig geschlafen hat und unruhig ist, kann schwer eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Chef oder Mitarbeiter führen. Wir befinden uns also schon in einem Kreislauf. Zusätzlich können eigene Gedankenmuster unser Stressempfinden beeinflussen. Wer zum Beispiel eine lange to-do-Liste führt und sich selber immer wieder mit „Ich muss unbedingt noch…“ antreibt, empfindet mehr Stress, als jemand, der das ein oder andere auch mal auf morgen verschieben kann. Das schwierige ist nur, wahrzunehmen, wann wir zum Beispiel aus Gereiztheit fahrig werden oder wann wir unseren Stress durch Gedanken und Glaubenssätze noch verstärken. Um also festzustellen, wie wir selber auf unseren Stress einwirken, brauchen wir Achtsamkeit. In einem zweiten Schritt wollen wir dann auch auf unsere automatischen Reaktionsmuster Einfluss nehmen, wofür wir diese erstmal in dem Moment, in dem sie geschehen wahrnehmen können müssen. Die Achtsamkeit hilft uns dabei auch einen Raum zu schaffen, in dem wir unsere Reaktion wählen können und so mehr Freiheit in unser Handeln bringen können.

Wer Achtsamkeit erst einmal für sich entdeckt hat, findet vielfältige Anwendungsfelder, die am Ende einen positiven Einfluss auf unser gesamtes Leben haben können. Dadurch entwickeln wir mehr Freude und Zufriedenheit in unserem Leben.

 

Weitere Infos:

Video: Jon Kabat-Zinn und Achtsamkeit die neue Glücksformel im Schweizer Fernsehen

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